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Flores - von den Einflüssen christlicher Missionare geprägt
Mount Kelimutu - meist besichtigtes Naturwunder von Indonesien
Bunte Unterwasserwelt begeistert Schnorchler und Taucher
Nusa Tenggara liegt östlich von Java, und zu diesen Südostinseln gehören außer Bali, Lombok, Sumbawa und Timor auch die kleine Insel Flores. Mit 14220 km² ist Flores die zweitgrößte Insel der Provinz Nusa Tanggara Timur. Sie weist eine Länge von 360 km udn eine Breite zwischen 12 km und 60 km auf. Landschaftlich ist Flores die schönste und zugleich abwechslungsreichste Insel. Die "Südostinseln" unterscheiden sich wesentlich von der westlichen Welt Indonesiens. Sie sind das trockene Gegenstück zu Indonesiens frucktbaren Territorien. Je weiter östlich man kommt, desto trockener wird auch die Region. Im gegensatz zu den großen Reisplantagen Indonesiens bestimmen iauf den "Südostinseln" Sago-, Mais udn Taropflanzungen das Landschaftsbild. Aus der über 500 Inseln bestehenden Inselwelt von Nusa Tenggara sticht aber wieder die ständig grüne Insel Flores heraus. Die Inseln von Ost-Nusa -Tenggara sind vulkanischen Ursprungs. Sie wurden durch die Kraft einer enormen Vulkankette geformt, die nördlich von Sumatra beginnt und sich durch Java hindurch weiter nach Osten fortsetzt. Diese Vulkankette wird auch Ring des Feuers genannt. Nusa Tenggara besitzt eine der weltweit dynamischsten undexotischsten maritimen Szenerien.
Jede dieser 500 Inseln beeindruckt durch ihre eigenen für sie typischen Kulturen und Religionen. Die Inseln sind vorwiegend von Malaien bewohnt, die allerdings anders als im übrigen Indonesien zu 90 % dem Christentum (60% katholisch, 30 % protestantisch) angehören. Wie kaum eine andere Insel Indonesiens wurde Flores von den Einflüssen der christlichen Missionare geprägt, die bereits im 16. Jahrhundert die Bewohner zum Katholozismus bekehrten. Und heute bekennen sich mehr als drei Viertel der Einwohner zur römisch-katholischen Kirche. Der Rest bekennt sich zum Islam. Dennoch konnten die alten Glaubensvorstellungen hauptsächlich in den Dörfern udn im Landesinneren nicht völlig verdrängt werden.
Das grüne Paradies Flores liegt in diesem vulkanischen Gürtel und trägt den Namen "Blume" zurecht. Eine turbulente geologische Geschichte spiegelt sich in der stark zerklüfteten Gebirgslandschaft wieder. Gleich 14 über 2000 Meter hohe Vulkane erheben sich aus der Insel Flores. Die höchsten noch tätigen Vulkane auf Flores sind der Vulkan Egon bei Maumere und der Vulkan Inerie im Ngada-Gebiet. Einr der Höhepunkte von Flores ist die Besichtigung des Vulkans Mount Kelimutu mit seinen drei Kraterseen in 1400 m Höhe, die in den Farben Olivgrün, Türkis, Schwarz aber auch Rot schimmern. Dieser Vulkan ist eines der meist besichtigten Naturwunder von Indonesien. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist er von den Städten Ende (66km) und Maumere (83 km) leicht zu erreichen. Die atemberaubende Aussicht auf die drei Kraterseen mit der unterschiedlichen Wasserfärbung ist unvergesslich. Die örtlichen Guides geben mit ihren Erzählungen der Mythen und Legenden dem Gast das Gefühl, sich in einer Sagenwelt zu befinden. Die Menschen auf Flores behielten trotz ihres katholischen Glaubens viele animistische Überzeugungen, von den die meisten mit den magischen mehrfarbigen Wassern der Kraterseen zusammenhängen. Nach dem Glauben der älteren Bewohner gehen die Seelen der jungen und ehrlichen Menschen in den türkisfarbenen See, die Seelen alten und geschwächten Menschen in den olivgrünen See und die Seelen der Mörder und Diebe versinken auf den Grund des schwarzen Sees.
Besonders schön ist die Landschaft auf Flores jeweils am Fuße der Berge.
Ganz einfach leben die Menschen in den Dörfern und kleinen Städten. Die reiche Vegetation von Flores täuscht aber über die Lebensbedingungen. Der Landwirtschaft ist durch die nahezu achtmonatige Dürreperiode udn durch das fehlende Bewässerungssystem Grenzen gesetzt. Die besten Verbindungsmöglichkeiten nach Flores gibt es von der balinesischen Hauptstadt Denpasar. Von Denpasar fliegen täglich Flugzeuge nach Flores. Aber auch mit Schnellfähren sind die Hafenstädte Rnde, Maumere udn Labuan Bajo auf Flores zu erreichen. Bescheiden ist noch das Straßennetz auf Flores. Lediglich eine asphaltierte Straße verbindet den Westen mit dem Osten der Insel und ist doppelt so lang wie die West-Ost-Ausdehnung. Auf Grund der Straßenverhältnisse und der nicht einplanbaren Überraschungen in den Bergregionen (Erdrutsche, Erdbeben) ist eine gemütliche Fahrt von West nach Ost mit einem mehrtägigen Aufwand verbunden. Auf Flores gibt es keine Autovermietungen,und der Besucher darf auf dieser Insel auch nicht selbst fahren, sondern muss ein Auto mit Fahrer mit der Reise beauftragen.
Wer nach Flores reist, muss sich auf teilweise ganz andere Verhältnisse und Gegebenheiten einstellen. Jahreszeiten sind auf Flores nicht bekannt. An jedem Tag scheint die Sonne ca. 12 Stunden. Die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge dauern recht kurz, und daher erfolgt der Wechsel zwischen Tag und Nacht sehr rasch. Die im Westen bekannten Dämmerungsphasen sind hier unbekannt. Auf Flores herrscht typisches Monsunklima. Der Nordwestmonsun bringt in den Monaten Dezember bis März Regen, in den Monaten Juni bis September herrscht während des Südostmonuns Trockenzeit . Gemessen an den Regenmengen wird Flores in drei Zonen unterteilt: die trockene Nordküste (1000 mm Regen/Jahr), das zentrale Gebirge (2000 mm/Jahr) und die Südküste mit häufigem Regenfall. Im Flachland der Küste liegen die Temperaturen ganzjährig zwischen 22° und 34°, aber in den Bergregionen herrschen weitaus niedrigere Temperaturen vor, häufig mindestens 10° kälter als in den Küstengebieten.
Auf Flores leben keine großen asiatischen Säugetiere, aber dafür viele asiatischen Vogelarten udn Insekten. Nicht nur auf der Insel Komodo lebt der drei Meter udn bis zu 150 kg schwere Komodowaran, diese Exemplare trifft man auch auf Flores an. Besonders interessant ist bei Flores die reiche Unterwasserwelt mit Korallenriffen und verschiedneen Fischarten. Die durch das Erdbeben von 1992 teilweise zerstörten Weich- udn Hartkorallen haben sich zwischenzeitlich wieder erholt und begeistern immer mehr Schnorchler und Taucher, aber auch die strahlend weiße Strände bieten dem Reisenden unvergessliche Impressionen.
Die Landschaft von Flores ist vorwiegend grün. Die ursprünglichen Monsunwälder sidn teilweise den landwirtschaftlich genutzen Flächen gewichen, die gemeisnchaftlich von den Dörfern bewirtschaftet werden. Aber auch die Berghänge wurden mühsam terrassiert.
Der Vulkan Gunung Inerie (2245 m) liegt in der Nähe der Stadt Bajawa im Süden der Insel Flores. Von hier aus beginnen Tagesausflüge zu den Dörfern udn Grabmalen der Ngada und auch Bergexpeditionen. Im Gebiet des Bajawa-Plateaus leben ca. 60000 Ngada, deren Dörfer an den kleinen, strohgedeckten Gebäuden mit drei Meter hohen schirmartig aus den Gebäuden herausragenden Stangen erkennt. Die Ngadhu (männlich) und die Bhaga (weiblich) repräsentieren die Existenz und Präsenz der Vorjahren.
Ende ist der wichtigste Hafen von Flores. Man nennt sie auch "Scneiderwerkstatt", da hier der Kunde eine reiche Auswahl an gewebten Stoffen und Ikat-Arbeiten hat. Tauchliebhaber mieten in Waiara, 16 km östlich der Stadt Maumere, ein Boot, um direkt vor der Küste oder an den vorgelagerten IInseln die wunderschönen Tauchreviere zu erkunden. Liebhaber der Ikat-Stoffe besuchen den Markt von Ruteng, einen kühlen, meist wolkenverhangenen Ort in 1000 Meter Höhe am Fuße des Gunung Ranaka oder fahren mit dem Taxi ins nahe Dorf Cibal, wo die Ikat-Weberei in Blüte steht. Bena ist ein traditionelles Dorf am Fuße des Gunung Inerie mit Geisterhäschen, Totenhäusern udn eienr Madonnenfigur in einer Felsengrotte. Die auf dem Dorfplatz aufgestellten Megalithen hat die indonesische Regierung unter Denkmalschutz gstellt. Heiße Quellen liegen ein Kilometer vom Dorf Moni entfernt. Von vielen Dörfern aus kann der Gast zu Wanderungen zu traditionellen Dörfern aufbrechen, so zum Beispiel auch in der Umgebung von Wolowaru mit Megalith-Gräbern und Ikat-Webereien. In den verschiedenen Unterkünften wird der Besucher gerne beraten. Im äußersten Osten der Insel liegt der katholische Bischofssitz Larantuka. Ein besodners wichtiges Ereignis dieser Stadt ist die Karfreitagsprozession.
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